Augen über dem Wasser, Ohren unter dem Wasser

Wie lassen sich große Seegebiete möglichst kontinuierlich überwachen? Dirk Zademack von Quantum Systems stellte einen Ansatz vor, bei dem autonome Systeme in der Luft, auf und unter dem Wasser zusammenarbeiten. KI-gestützte Sensorauswertung und die Zusammenführung unterschiedlicher Sensordaten sollen dabei ein gemeinsames maritimes Lagebild ermöglichen.
KI-generierte Illustration eines maritimen Überwachungssystems mit Drohne, unbemanntem Überwasserfahrzeug und Unterwassersensoren. Die Systeme sind über Datenverbindungen vernetzt und liefern Informationen für ein gemeinsames Lagebild.

Symbolische Darstellung KI-generiert

Beschädigte Seekabel und andere Vorfälle in der Ostsee verdeutlichen die Herausforderungen maritimer Überwachung. Statt auf einzelne große Plattformen setzt Quantum Systems auf einen Verbund kleinerer, spezialisierter Systeme, die gemeinsam Informationen über weite Seegebiete sammeln.

Eine zentrale Rolle spielt die KI-gestützte Auswertung direkt auf den autonomen Plattformen. Sensordaten, etwa von Unterwassermikrofonen oder Infrarotkameras, sollen bereits vor Ort verarbeitet werden. So können die Systeme relevante Informationen erkennen und bei verfügbarer Verbindung weitergeben, ohne ständig große Datenmengen übertragen zu müssen. Das ist besonders für Unterwasserfahrzeuge wichtig, deren Kommunikation stark eingeschränkt ist.

Ebenso entscheidend ist die sogenannte Sensorfusion: Beobachtungen verschiedener Plattformen werden zusammengeführt, Mehrfacherfassungen erkannt und relevante Informationen zu einem gemeinsamen Lagebild verdichtet. Die Bedienenden sollen dadurch nicht mit einer Vielzahl einzelner Sensormeldungen belastet werden.

Für diesen Ansatz entwickelt Quantum Systems in Rostock autonome Über- und Unterwasserfahrzeuge. Das Überwasserfahrzeug soll unter anderem Drohnen aufnehmen und als Kommunikations- und Ladestation für Unterwasserfahrzeuge dienen. Diese können eigenständig Aufklärungsaufgaben übernehmen und ihre Informationen über die Plattform weitergeben. Eine offene Architektur soll zudem die Einbindung von Systemen anderer Hersteller ermöglichen.

Der Grundgedanke: Nicht jede Plattform muss sämtliche Fähigkeiten mitbringen. Erst das koordinierte Zusammenspiel spezialisierter Systeme ermöglicht eine großflächige Überwachung und kann bemannte Einheiten bei aufwendigen Aufklärungsaufgaben entlasten.