Die maritime Sicherheit ist zunehmend auf präzise Informationen und die zuverlässige Vernetzung unterschiedlicher Systeme angewiesen. Satellitengestützte Sensorik spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch die Zusammenführung optischer, radarbasierter und infrarotgestützter Daten lassen sich großflächige maritime Lagebilder erstellen, Schiffsbewegungen analysieren und mithilfe künstlicher Intelligenz auch sogenannte Dunkelschiffe identifizieren, die sich der herkömmlichen Ortung entziehen.
Gleichzeitig gewinnen Technologien an Bedeutung, die auch bei gestörten Satellitensignalen eine zuverlässige Navigation ermöglichen. Insbesondere Jamming und Spoofing stellen die maritime Navigation vor Herausforderungen. Das DLR erforscht deshalb unter anderem Multiantennensysteme und quantenbasierte Technologien, die künftig eine präzisere und resilientere Positionsbestimmung ermöglichen sollen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf autonomen maritimen Systemen. Mit der modularen Forschungsplattform MODULARIS untersucht das DLR neue Antriebstechnologien und das Zusammenwirken unterschiedlicher unbemannter Fahrzeuge. Dabei geht es insbesondere um die Koordination heterogener Schwärme, den Austausch von Informationen und die Erstellung gemeinsamer Lagebilder. Auch die Unterwasserrobotik bietet neue Möglichkeiten, etwa bei der Inspektion maritimer Infrastruktur oder der Kampfmittelräumung.
Nach Einschätzung von Kaysser-Pyzalla ist entscheidend, technologische Forschungsergebnisse frühzeitig in konkrete Anwendungen zu überführen. Dafür setzt das DLR auf die enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, Behörden, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen. Technologien aus Luft- und Raumfahrt können so auch für maritime Herausforderungen nutzbar gemacht werden.
Die Zukunft maritimer Fähigkeiten hängt damit nicht allein von neuen Entwicklungen ab, sondern insbesondere davon, wie schnell Ergebnisse aus unterschiedlichen Forschungsbereichen in praxistaugliche und zuverlässige Systeme überführt werden.
