Ein defekter Nadeldrucker, aufwendig aufzurollende Feuerlöschschläuche oder eine unzureichende Anwesenheitserfassung im Hafen: Oft sind es vermeintlich kleine technische Probleme, die den Dienstbetrieb an Bord erschweren. Das Tiger Team Technik Marine setzt genau dort an, wo vorhandene Produkte den besonderen Anforderungen der Marine nicht vollständig gerecht werden.
Die Anfang 2026 eingerichtete Einheit entwickelt gemeinsam mit den Besatzungen einfache, bedarfsgerechte Lösungen. Ihr Anspruch reicht dabei über den Bau einzelner Prototypen hinaus: Technische Verbesserungen sollen erprobt, zugelassen und schließlich über die regulären Versorgungswege für weitere Einheiten verfügbar gemacht werden.
Ein Beispiel ist ein RFID-basiertes System zur digitalen Anwesenheitserfassung. Es soll insbesondere im Brandfall einen zuverlässigen Überblick darüber ermöglichen, welche Besatzungsmitglieder sich an Bord befinden. Das System benötigt keine Internetverbindung und berücksichtigt auch mehrere nebeneinanderliegende Boote.
Weitere Projekte zeigen die Bandbreite des Ansatzes: Eine akkubetriebene Vorrichtung erleichtert das Aufrollen von Feuerlöschschläuchen erheblich. Ein Messgerät soll den Wassergehalt von Schiffskraftstoff direkt an Bord bestimmen, um mikrobiellen Befall frühzeitig zu erkennen. Zudem arbeitet das Team an einer digitalen Alternative für veraltete Nadeldrucker, die technische Alarme protokollieren.
Unterstützung erhält das Tiger Team unter anderem durch den Cyber Innovation Hub der Bundeswehr sowie durch Hochschulkooperationen. Entscheidend ist die unmittelbare Nähe zur Truppe: Wer die Arbeitsabläufe an Bord kennt, kann technische Lösungen gezielt auf den tatsächlichen Bedarf zuschneiden.
So entsteht Innovationsfähigkeit nicht nur durch neue Großsysteme, sondern auch durch schnelle Verbesserungen im Bestand mit dem Ziel, die Einsatzbereitschaft der Marine bereits heute zu stärken.
