Viele Unternehmen und staatliche Einrichtungen möchten generative KI nutzen, können ihre Daten jedoch nicht ohne Weiteres an externe Cloud-Dienste übertragen. Gerade im Verteidigungsbereich gelten besondere Anforderungen an Informationssicherheit, Verfügbarkeit und Kontrolle über die eingesetzte IT-Infrastruktur. KI-Anwendungen müssen deshalb auch dort betrieben werden können, wo keine Verbindung zu öffentlichen Cloud-Diensten besteht.
ConfidentialMind Oy entwickelt hierfür eine Softwareplattform, die sich in unterschiedlichen IT-Umgebungen installieren lässt – vom eigenen Rechenzentrum über abgeschottete Netzwerke bis hin zu mobilen Rechenkapazitäten im Einsatzgebiet. KI-Modelle und darauf aufbauende Anwendungen können damit innerhalb der vom Betreiber kontrollierten Infrastruktur ausgeführt werden. Nach Angaben des Unternehmens benötigt die Plattform keine dauerhafte Internetverbindung.
Eine besondere Herausforderung entsteht beim Übergang von einzelnen KI-Anwendungen zum großflächigen Betrieb. Ein einzelnes Sprachmodell auf eigenen Servern bereitzustellen, ist technisch vergleichsweise einfach. Sollen jedoch zahlreiche Modelle, viele Nutzer und unterschiedliche Sicherheitsumgebungen unterstützt werden, steigen die Anforderungen an Verwaltung, Skalierung und Wartung erheblich. Eine gemeinsame Plattform soll diese Aufgaben bündeln und die Entwicklung neuer Anwendungen erleichtern.
Räsänen verwies zudem auf die Bedeutung digitaler Souveränität und Ausfallsicherheit. Werden Verwaltungs- oder Führungsprozesse zunehmend durch KI unterstützt, wächst die Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Infrastruktur. Deshalb müssen Betreiber nicht nur die Kontrolle über ihre Daten behalten, sondern auch die Funktionsfähigkeit ihrer Systeme unabhängig von einzelnen externen Dienstleistern sicherstellen können.
Der vorgestellte Ansatz zielt darauf, eine wiederverwendbare technische Grundlage für unterschiedliche KI-Anwendungen bereitzustellen – etwa für Übersetzungen, automatisierte Arbeitsabläufe oder die Unterstützung bestehender Führungs- und Informationssysteme. Entscheidend ist dabei nicht allein die Leistungsfähigkeit der KI-Modelle, sondern ihre sichere, skalierbare und eigenständig kontrollierbare Integration in vorhandene IT-Strukturen.
