Der Krieg in der Ukraine hat die Anforderungen an unbemannte Systeme grundlegend verändert. Drohnen werden in großer Zahl eingesetzt und müssen zugleich kostengünstig, schnell verfügbar und anpassungsfähig sein. Hochentwickelte Einzelsysteme allein reichen dafür nicht aus. Entscheidend ist, dass die Technik auch unter elektronischen Störungen funktioniert und sich in großen Stückzahlen einsetzen lässt.
Eine besondere Herausforderung ist die Kommunikation. Militärische Funktechnik kann für günstige Drohnen zu teuer sein, während handelsübliche Lösungen häufig störanfällig sind. Sine Engineering entwickelt deshalb eigene Kommunikations- und Navigationssysteme, die speziell darauf ausgelegt sind, auch bei Ausfall der Satellitennavigation und herkömmlicher Kommunikationsverbindungen zuverlässig zu funktionieren. Die Systeme sind für einen breiten Einsatz konzipiert.
Ebenso wichtig ist eine Navigation ohne verlässliches GPS-Signal. Mysak betonte, dass einzelne technische Lösungen unter Einsatzbedingungen nicht dauerhaft zuverlässig bleiben müssen. Deshalb setzt das Unternehmen auf mehrere sich ergänzende Verfahren zur Positionsbestimmung. Erst auf dieser Grundlage lassen sich Drohnen auch bei gestörter Satellitennavigation koordinieren.
Darauf baut die Steuerung mehrerer unbemannter Systeme auf. Nach Angaben von Sine Engineering kann ein Bediener über die entwickelte Plattform bis zu 30 Drohnen unterschiedlicher Typen mit Missionen beauftragen, ohne jede Flugbewegung manuell steuern zu müssen. Damit soll die begrenzte Zahl verfügbarer Bediener entlastet und der Einsatz größerer Drohnenverbände ermöglicht werden.
Die zentrale Erkenntnis aus den ukrainischen Erfahrungen: Autonomie entsteht nicht allein durch intelligente Flugsteuerung. Kommunikation, Navigation und die Koordination mehrerer Systeme müssen als zusammenhängende Infrastruktur funktionieren. Zugleich müssen die Lösungen modular, bezahlbar und schnell an neue Störverfahren anpassbar bleiben.
