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Verleihung Zukunftspreis 2020 der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e.V. (DWT)

Der Vorsitzende der DWT, General a. D. Rainer Schuwirth, händigt den Zukunftspreis 2020 an der Führungsakademie der Bundeswehr aus.

Am 24. September 2020 verabschiedete der Generalinspekteur der Bundeswehr General Eber-hard Zorn im Rahmen eines Festaktes die Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst National (LGAN) 2018 von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Aus Anlass dieser Verabschiedung verlieh der Vorsitzende der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V., General a.D. Rainer Schuwirth, auch den Zukunftspreis 2020 der DWT. Der diesjährige Preis ging an


Korvettenkapitän der Reserve
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Klemens Raphael Ehret

für seine Lehrgangsarbeit mit dem Titel:
„Schiffslinie statt Schiffsklasse – Analyse eines möglichen Konzeptes für die zukünftige deutsche Marinerüstung“.


Ausgehend von der Feststellung, dass die Rüstungsbeschaffung der Bundeswehr in der Krise steckt, stellt der Verfasser das Konzept „Schiffslinie statt Schiffsklasse“ als eine Möglichkeit vor, die Marinerüstung zu vereinfachen. Gegenwärtig entwickelt man immer neue Schiffsklassen und hat die einzelnen Fähigkeitsträger parallel im Bau. In dem vom Verfasser vorgestellten Verfahren geht es stattdessen darum, Kriegsschiffe auf Basis eines bestehenden Entwurfs evolutionär weiterentwickeln. Im Sinne eines „Spiral Developments“ könne man die Schiffe auf Basis der tech-nologischen Entwicklung, der gemachten Erfahrungen und der operativen Notwendigkeiten verbessern. Die wichtigsten Punkte sind eine unabhängige Entwicklung von Schiffskörper und Pay-load und eine evolutionäre Weiterentwicklung der einzelnen Baulose.
Der Verfasser analysiert in seiner Arbeit den gegenwärtigen Rüstungsprozess an Beispiel des Mehrzweckkampfschiffes MKS 180, stellt weitere vergangene und aktuelle Schiffbauprogram-me dar und vergleicht sie mit den Prinzipien des Konzepts „Schiffslinie statt Schiffsklasse“. Nach seiner Einschätzung stehen weder das Vergaberecht noch das gültige Beschaffungsverfahren der Bundeswehr, das novellierte Customer Product Management (CPM nov.), dem Konzept entgegen. Zudem erfordere die Entwicklung neuer Schiffe (und auch aller anderen Waffensysteme) einen engen und vertrauensvollen Dialog innerhalb des „strategischen Dreieck“ Nutzer – BAAINBw – Industrie sowie ergänzende Maßnahmen, um die Beschaffungsorganisation der Bundeswehr effizienter zu gestalten. 
Die gemeinnützige DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V. (DWT) stiftet Studien- und Zukunftspreise, mit denen Offiziere und Referendare der Universitäten der Bundeswehr in München und Hamburg, der Führungsakademie der Bundeswehr und des Bildungs-zentrums der Bundeswehr (BiZBw) in Mannheim ausgezeichnet werden. Ihre Master-, Lehrgangs- oder Prüfungsarbeiten sollen mit innovativen und perspektivischen Inhalten dazu geeignet sein, im Sinne der Ziele der DWT
•    den Dialog über Sicherheitspolitik, Bündnisfähigkeit, Forschung und Verteidigungswirtschaft zu fördern,
•    die Transparenz der Zusammenhänge und Wechselwirkungen herzustellen,
•    und zur Bildung, Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfindung und Gestaltung in diesen Bereichen beizutragen.
Der Studien- bzw. Zukunftspreis ist mit einem Geldbetrag dotiert. Die Preise werden jeweils jährlich vergeben.
Weiterführende Information zur DWT e.V. siehe www.dwt-sgw.de und zur FüAkBw www.fueakbw.de .