01.08.17

Krisenprävention, Stabilisierung, Friedenskonsolidierung, Mediation Instrumente des AA

Von: Dr. Heinrich Wällermann, Sektionsleiter

Veranstaltung der Sektion Nürnberg am 21. Juni 2017

Angesichts der zahlreichen bewaffneten Konflikte, einer multipolaren Welt, einer irregulären Migration auf Höchststand, zunehmender Fragilität von Regierungen, Abnahme von demokratischen Standards und fundamentalen Trends in der Demographie und Verfügbarkeit von Ressourcen ist zu befürchten, dass die Zahl und die Intensität von Konflikten weiter steigen werden.

So wurden bereits vor Jahren die Ziele zur Fortentwicklung der deutschen Außenpolitik überdacht, um Krisen und insbesondere gewaltsame Konflikte frühzeitig erkennen, präventiv handeln, im Akutfall rasch und entschieden stabilisieren und verstärkt Mediation einsetzen zu können. Das Auswärtige Amt in Berlin hat dazu eine dauerhafte Struktur etabliert, die einen humanitären und einen politischen Ansatz verfolgt. Der humanitäre Bereich handelt bedarfsorientiert und ermöglicht Menschen in Not das Überleben in Würde. Der politische Bereich fördert die gewaltfreie Konfliktlösung und stärkt staatliche Strukturen. Kontakte und Gespräche finden auf höchsten Ebenen von mitunter auch fragilen Regierungen statt, was ein besonderes Maß an Geschick und Verständigungskompetenz erfordert. Darüber hinaus sind Kenntnisse über kulturelle Gegebenheiten und Gespür für soziale Verhältnisse eine wesentliche Voraussetzung.

Anhand von konkreten Beispielen beleuchtete Herr Dr. Zahneisen einzelne Projekte, die gesammelten Erfahrungen und den "Instrumenten-Kasten", über den er und seine Mitarbeiter verfügen. Zum Schluss seines Vortrags ging er noch auf das Thema "Flucht und Migration" und insbesondere auf dessen Wurzeln ein, die für die Vortragsbesucher mitunter neu oder in einem anderen Licht erschienen.

Nach einer regen Fragen- und Diskussionsrunde erntete Herr Dr. Zahneisen viel Applaus.