18.08.14

25 Jahre Studiengesellschaft der DWT mbH

Am 13. Juli 1989 fand die Gründungsversammlung der Studiengesellschaft der DWT e.V. (SGW e.V.) in den Geschäftsräumen der Firma Josef Lubig GmbH in Bad-Godesberg, Deutschherrenstraße statt.

Gründungsszenario
Die Rahmenbedingungen, die zur Gründung der SGW als „Förderverein der DWT“ führten, zeigen vordergründig Parallelen zur aktuellen Lage der wehrtechnischen Industrie in Deutschland auf: Weniger Aufträge, weniger Umsatz, Personalabbau.

Dieses führte Ende der 80er Jahre zu einem deutlich rückläufigen Spendenaufkommen für die DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V. (DWT) und damit zu einer akuten Gefährdung der satzungsgemäßen Arbeit des gemeinnützigen Vereins, der in seinem Finanzgebaren nur einen geringen Spielraum hat und bei Einnahmenschwankungen immer vor Probleme gestellt wird, wie BrigGen a.D. Dipl.-Ing. Raimund Rothenberger in einem Aufsatz zur Geschichte der SGW im Frühjahr 1997 schrieb. Ein nicht gemeinnütziger Verein - wie die SGW e.V. - kann dagegen Rücklagen zur Unterstützung des gemeinnützigen Vereins - der DWT - bilden und diesen somit bei Bedarf finanziell stabilisieren. Das war die Gründungsidee.

Führungsteam der Gründungsphase
Die Initiative zur Gründung der SGW als eingetragenem Verein ging von dem DWT Präsidiumsmitglied BrigGen a.D. Dipl.-Ing. Raimund Rothenberger aus, der die dazu notwendigen Maßnahmen steuerte, die erforderlichen Gespräche führte und dann auch zum Vorsitzenden und Geschäftsführer gewählt wurde. Mit zu dem ersten Führungsteam gehörten General a.D. Jürgen Brandt und Assessor Armin Lubig als Stellvertretende Vorsitzende.

Weitere Gründungsmitglieder der SGW e.V. waren:

  • Dr. E. Caspar, Vizepräsident Wirtschaft BWB a.D.,
  • Dr.-Ing. H. Geffers, KAdm a.D.,
  • Dr.-Ing. L. Hockel, ehem. Vorstandsvorsitzender Rheinmetall Berlin AG,
  • R. Huhn, Direktor, Bankhaus Merck, Finck & Co.,
  • Dipl.-Ing. H. Jores, Vizepräsident Technik BWB a.D.,
  • Dr.-Ing. W. Magirus, ehem. Hauptgeschäftsführer BDLI,
  • Paul Monreal, GenMaj a.D.,
  • Dr.-Ing. F. Wöpkemeier, ehem. Vorstandsmitglied Klöckner-Humboldt-Deutz.

Mit der Abgabe seiner Rolle als Vorsitzender und Geschäftsführer in 1993 an BrigGen a.D. Erich Schwemmle wurde BrigGen a.D. Dipl.-Ing. Raimund Rothenberger auf Grund seiner Verdienste um die SGW e.V. zum Ehrenmitglied der SGW e.V. ernannt.

Aufgaben der SGW e.V.
Die SGW e.V. sollte sich mit vier Aufgabenbereichen beschäftigen:

  • Erstellen von Studien und Untersuchungen,
  • durchführen von Foren und Symposien,
  • Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Einrichtungen,
  • koordinierende Unterstützung der Fördernden Mitglieder bei gemeinsamen Veranstaltungen.

Die SGW e.V. fand in der effizienten Organisation von Foren und Symposien, die für die Teilnehmer aus Industrie und Wirtschaft kostenpflichtig wurden, ihr wichtigstes Betätigungsfeld und verstärkte damit die Rolle der DWT als neutrale Dialog- und Informationsplattform.

Änderung der Rechtsform
Die vorrangig wirtschaftlich orientierte Zielsetzung der SGW e.V., die Gewinnung von finanziellem Spielraum zur Stabilisierung der Aufgaben der DWT e.V. führte Mitte der 90er Jahre zu ersten Überlegungen in den Führungsgremien von DWT und SGW e.V., die Rechtsform des Fördervereins zu ändern.

Die Mitgliederversammlung der SGW e.V. beschloss daher am 2. April 1997, die SGW e.V. aufzulösen und die Studiengesellschaft der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK mbH zu gründen.

Das letzte Führungsteam der SGW e.V. wurde gebildet von BrigGen a.D. H. Merkel als Vorsitzendem und Geschäftsführer sowie von Generalleutnant a.D. H.-H. Feldhoff und Assessor A. Lubig als stellvertretende Vorsitzende. Assessor Lubig stellte die Konstante in der Führung der SGW e.V. dar; er war von Anfang an dabei.

So wurde am 14. August 1997 die Gründung der SGW mbH notariell beurkundet und am 2. Oktober 1997 in das Handelsregister beim Amtsgericht Bonn eingetragen.

Für den Vorstand der DWT unterzeichneten Dr. Heinz Gläser (als Vorsitzender) und BrigGen a.D. Dipl.-Ing. H. Merkel (als Geschäftsführer der DWT) den Notarvertrag.

Mit der Liquidation der SGW e.V. wurde ihr Vorsitzender, BrigGen a.D. Dipl.-Ing. Hubert Merkel, beauftragt. Nach erfolgter Liquidation wurde die SGW e.V. am 28. April 1998 aus dem Vereinsregister gelöscht.

Gesellschaftsvertrag der SGW mbH
In § 2 des Gesellschaftervertrages heißt es: Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von Maßnahmen, die geeignet sind, die Bedeutung der Wehrtechnik für den Verfassungsauftrag, die äußere Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten, der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Die Gesellschaft darf alle Geschäfte und Handlungen vornehmen, die dem Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar zu dienen geeignet sind. Dies gilt insbesondere für die Durchführung von

  • wehrtechnischen und wehrwirtschaftlichen Untersuchungen,
  • Informations- und Bildungsveranstaltungen.

Aufgaben der SGW mbH
Der Aufgabenschwerpunkt der SGW in der Rechtsform der GmbH hat sich gegenüber dem der SGW als eingetragenem Verein grundsätzlich nicht verändert. Die Durchführung von Foren und Symposium stand und steht nach wie vor im Mittelpunkt der Arbeit der SGW, ergänzt um die Dokumentation der Vorträge auf den Veranstaltungen und weiteren Publikationen. Sachlich und wirtschaftlich hat sich die SGW mbH im positiven Sinne weiterentwickelt, was an den international besetzten Veranstaltungen ebenso erkennbar wird, wie an der Übernahme der Veranstaltungsorganisation für andere Träger.

Geschäftsführer der SGW
Zum Geschäftsführer der SGW wurde Heiko Weiß bestellt, der diese Aufgabe bis 31. Dezember 1999 inne hatte. Sein Nachfolger wurde Oberstleutnant a.D. Wolf Rauchalles, der die SGW vom 1. Januar 2000 bis 22. Juni 2017 mit Erfolg geführt hat. Sein Nachfolger ist Oberst a.D. Bernd Kögel, der die SGW der DWT mbH seit 22. Juni 2017 als Geschäftsführer führt.

Fazit
Die Entscheidung, die vor 25 Jahren zur Gründung eines Fördervereins für die DWT geführt hat, war richtig und zukunftsweisend. Die Geschichte der SGW ist eine Erfolgsstory.

DWT und SGW als zwar voneinander unterscheidbare, aber im Mutter-Tochter Verhältnis zueinander stehende Rechtssubjekte haben die gleiche Zielsetzung, nämlich als neutrale Dialog- und Informationsplattform das Wissen um die Notwendigkeiten, Bedingungen und Voraussetzungen für eine nationalen Sicherheitsvorsorge im Rahmen von NATO und EU unter allen daran Beteiligten zu fördern. Insofern sind SGW und DWT zwei Seiten einer Medaille.