12.03.20

Der höchste Schrottplatz der Welt. Weltraumschrott was tun?

Von: Dr. Thomas Trelle, Sektionsleiter

Bericht zur Veranstaltung der Sektion Um am 10. März 2020

Die Kooperationspartner, Gesellschaft für Sicherheitspolitik e. V. (GSP), Deutscher BundeswehrVerband e. V.  (DBwV) und Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik e. V. (DWT), hatten am Dienstag, den 10. März unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) Herrn Dr. Manuel Metz vom Raumfahrtmanagement des DLR zu Gast. Vor rund 130 Gästen beleuchtete Hr. Dr. Metz die Problematik und Entwicklung des Weltraumschrotts in den erdnahen Orbitalen.

Zusammenarbeit der sicherheitspolitischen Verbände Ulm: (Vlnr.) Oberstleutnant a.D. Wolfgang Götze (GSP); Dr. Manuel Metz (DLR), Dr. Thomas Trelle (DWT) und Harald Lott (DBwV)Zunächst stellte Dr. Metz kurz das Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Raumfahrtmanagement in Oberkassel bei Bonn vor. Danach widmete er sich einem seiner Spezialthemen, dem Weltraumschrott. Das Gefahrenpotential der über eine Millionen Teilchen größer als einen Zentimeter für Weltraum Infrastrukturen ist immens, insbesondere in den erdnahen Orbitalen zwischen 200 und 2.000 km Höhe und hier insbesondere in Höhen um 1.200 Km. Während kleinere Partikel vor allem Schäden an der Außenhülle oder den Sonnen Kollektoren verursachen, können große Objekte ganze Satelliten zerstören und damit erneut viele tausend Schrottteile freisetzen, die ihrerseits eine erneute Gefahr für die weltraumgestützten Infrastrukturen darstellen. Schutzmaßnahmen gibt es speziell in der Konstruktion von Satelliten, aber die bei weitem beste Schutzmaßnahme ist die, die Entstehung von Weltraummüll zu vermeiden. Hierzu gehört neben dem sorgfältigen Umgang mit Komponenten und Teilen vor allem die ordnungsgemäße Entsorgung.

Natürlich kann man auch den Müll einsammeln, aber die Beseitigung von Weltraumschrott ist ausgesprochen aufwendig. Daher arbeitet man primär daran die großen Schrott-Teile, z.B. ausgediente Satelliten, zu entfernen, da diese anderen Satelliten zerstören könnten und unter Umständen dadurch sogar einen Kaskadeneffekt in dem entsprechenden Orbital auslösen könnten. Im Wesentlichen gilt es die großen Teile einzufangen und dann entweder, dank neuem Antrieb - einer weiteren Nutzung zuzuführen oder zum gezielten Absturz zu bringen. Bevor man jedoch aktiv eingreifen kann, muss man zunächst über die Position der Schrottteile buch führen. Hierzu nutzt man optische (Teleskope) und Radar Sensoren. Hierzu hat die DLR zusammen mit der Luftwaffe (Weltraumlagezentrum Üdem) das Thema Space Surveillance and Tracking auf den Weg gebracht. Das erste GESTRA Radar wird noch dieses Jahr an seinen Arbeitsort verbracht und nach anfänglichen Tests, Eichungen und Optimierungen seine Arbeit aufnehmen.

Den Abschluss bildete eine lebhafte Diskussion über die Auswirkungen des Schrotts auf die Astronomie und Raumfahrt.

Unsere nächste Veranstaltung widmet sich dem Thema:
„Die Verteidigungs-Politische Initiative der EU, Darstellung sowie Abgrenzung zu EDA und PESCO“