29.11.19

Verleihung Zukunftspreis 2019

der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e.V. beim BIZBw in Mannheim

Am 28. November 2019 begrüßte Präsident Christoph Reifferscheid die Absolventinnen und Absolventen der Großen Staatsprüfung am Bildungszentrum der Bundeswehr (BiZBw) zu einer Feierstunde in Mannheim. Aus diesem Anlass verlieh der Geschäftsführer der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e.V., Konteradmiral a.D. Karl-Wilhelm Ohlms, auch den Zukunftspreis 2019 der DWT.

Der Preis 2019 ging an
Technischer Oberregierungsrat Dr.-Ing. Johannes Felix Matthias Maiwald
für seine herausragende Praxisarbeit mit dem Thema
"Neue Ansätze für die Entwicklung von PNZ - Technologien (PNZ = Positionierung, Navigation und Zeitfestlegung)"

Die Praxisarbeit setzt den Fokus auf die Identifikation neuer Ansätze für die Entwicklung innovativer Technologien zur Positionierung, Navigation und Zeitfestlegung (PNZ) im Rahmen des „Navigation Warfare“ für die Bundeswehr. Sie formuliert eine Fähigkeitslücke und folglich die funktionale Forderung nach alternativen Navigationsarten. Der Rahmen hierfür ergibt sich aus der Beobachtung, dass die von der Bundeswehr im Auslandseinsatz genutzten PNZ-Technologien zunehmend durch gegnerische Kräfte gestört und/oder getäuscht werden und der Einschätzung, dass die Einführung der europäischen satellitengestützten PNZ-Alternative Galileo in die Bundeswehr bzw. NATO noch Jahre in Anspruch nehmen wird.

Im Rahmen der Arbeit werden bestehende Risikofaktoren und Angriffsvektoren hinsichtlich genutzter PNZ-Technologien der Bundeswehr analysiert und Maßnahmen zur Risikominimierung erörtert. Es wird gezeigt, dass von der Bundeswehr genutzte taktische Datenlinks zum Teil auf hochgenaue Zeitfestlegung angewiesen sind. Bisher nutzt die Bundeswehr als Zeitreferenz zumeist die GPS-Zeit. Die erörterten Angriffsvektoren hinsichtlich GPS führen zu dem Schluss, dass Alternativen, wie z.B. die Einführung des verschlüsselten Navigationsdienstes Galileo PRS, als zielführend zu betrachten sind.

Weiterhin beleuchtet die Arbeit das F&T-Vorhaben „Mode N“ als Vertreter eines zukünftigen alternativen Navigationsverfahrens. Durch Mode N soll ein bodengebundenes Navigationsnetzwerk auf Basis von Multilateration realisiert werden. Da bisher noch keine endgültige Spezifikation der technischen Parameter für Mode N existiert, wird ein ergänzender Entwurf für ein technisches Umsetzungskonzept erarbeitet und präsentiert. Dieses berücksichtigt die Anforderungen militärischer Nutzer.

Schließlich beschreibt die Arbeit die wesentlichen Eckpunkte des F&T-Vorhabens „Auto-Auge“ und entwickelt ein Konzept zur Nutzung kommerziellen Mobilfunks im urbanen Kampf als Hilfsmittel zur Navigation in GPS-gestörten Umgebungen und als Mittel gegen die Bedrohung durch „Remote Controlled Improvised Explosive Devices“ (RCIED).

Innovation und Perspektive
Die gemeinnützige DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V. (DWT) stiftet Studien- und Zukunftspreise, mit denen Offiziere und Referendarinnen und Referendare der Universitäten der Bundeswehr in München und Hamburg, der Führungsakademie der Bundeswehr und des Bildungszentrums der Bundeswehr (BiZBw) in Mannheim ausgezeichnet werden. Ihre Master-, Jahres- oder Praxisarbeiten sollen mit innovativen und perspektivischen Inhalten dazu geeignet sein, im Sinne der Ziele der DWT

  • den Dialog über Sicherheitspolitik, Bündnisfähigkeit, Forschung und Verteidigungswirt-schaft zu fördern,
  • die Transparenz der Zusammenhänge und Wechselwirkungen herzustellen,
  • und zur Bildung, Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfindung und Gestaltung in diesen Berei-chen beizutragen.

Die Praxisarbeiten von Herrn Dr. Maiwald erfüllt in besonderem Maße die Vergabekriterien für den Zukunftspreis der DWT.

Der Studien- bzw. Zukunftspreis ist mit einem Geldbetrag dotiert und wird jeweils jährlich vergeben.

Weiterführende Information zum BAAINBw auf www.baainbw.de sowie zum BiZBw auf www.bildungszentrum.bundeswehr.de.