13.11.19

7. Mannheimer Symposium des IKZ

Von: Oberstleutnant i. G. Daniel Gerlach, Sprecher IKZ

“Permanent Structured Cooperation - PESCO“

Der IKZ versucht bekanntermaßen, mit seinen Veranstaltungen besonders auch den Unter-40-Jährigen in angemessenen Formaten aktuelle Fragen der Sicherheits-, Verteidigungs- und Rüstungspolitik näher zu bringen.

Mit dem Mannheimer Symposium gelingt es nun schon im siebten Jahr, insbesondere den Teilnehmern der Laufbahnlehrgänge für den gehobenen und höheren Technischen Dienst ein umfangreiches Informationsangebot am Bildungszentrum der Bundeswehr zu machen.

Dass dieses Angebot eben für diesen Nachwuchs an technischen Beamten eine gute Chance darstellt, machte der Präsident des Bildungszentrums, Herr Christoph Reifferscheid, schon in seiner Begrüßung allen deutlich. Dabei gehe es zum einen bestimmt immer auch um die Fachinformation, die man bei solchen Veranstaltungen abgreifen kann, aber zudem auch um das Netzwerken im besten Sinne, um so nach dem Lehrgang in jeweiliger Verantwortung gute Zuarbeiten und Beiträge auf Grundlage einer möglichst breiten und vielfältigen Basis liefern zu können.

In diesem Jahr wurde die ständige strukturierte Zusammenarbeit in Europa - also PESCO (Permanent Structured Cooperation) - aus verschiedenen Blickwinkeln thematisiert.

Am 11. Dezember 2017 gründeten 25 EU-Mitgliedstaaten die PESCO im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der EU im Bereich der Sicherheit und Verteidigung zu stärken und damit quasi der Nukleus einer Europäischen Verteidigungsunion zu sein.

Konkret bietet PESCO den teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten somit einen verbindlichen rechtlichen Rahmen einer engeren Zusammenarbeit.

Auf dieser Grundlage bietet sich die Möglichkeit, in einzelnen Projekten gemeinsame Verteidigungsfähigkeit zu entwickeln, bereitzustellen und damit bspw. auch Lücken in der eigenen Verteidigungsfähigkeit zu schließen.

PESCO soll mit den zusätzlich generierten Fähigkeiten auch den europäischen Pfeiler in der NATO stärken.

Im Jahr 2018 begann diese Idee sich mit Leben zu füllen, insgesamt 34 Projekte wurden etabliert - bei sechs dieser Projekte hat Deutschland die Verantwortung als Projektkoordinator übernommen.

Mitglieder des IKZ beim 7. Mannheimer Symposium, Foto: Nils MerkleMinisterialrat Bernd-Ulrich von Wegerer von der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU, Herr Ulrich Beck von AIRBUS Defence and Space und Herr Tobias Klima von DIEHL Defence zeigten durch Ihre informationsreichen Vorträge und einem hohen Maß an Authentizität, wie ein solch komplexes Thema einen Saal mit über 150 Zuhörern packend vermittelt werden kann. Die bewährte Mischung aus Vortragenden aus der Rüstungsindustrie und der Amtsseite war auch diesmal genau das richtige Rezept, um einen kompakten Überblick auf hohem Niveau zu geben.

Die sich anschließenden Fragen und der offene Austausch machten schnell klar, wie stark das Interesse an diesem europäischen Thema im Auditorium war.

Auch die Möglichkeit im kleineren Kreis Einzelaspekte weiter zu erörtern wurde rege genutzt. Dazu gab es bei einem Getränk und einer Kleinigkeit zu Essen in ungezwungener Runde ausreichend Gelegenheit. So hatte jeder Teilnehmende die Chance, sein persönliches Netzwerk zu erweitern.

Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht. Es war alle Mühen der Vorbereitung und Organisation wert, denn der Erfolg dieser Veranstaltung hat meine Hoffnungen weit übertroffen. Ich freue mich schon heute auf das 8. Mannheimer Symposium und empfehle jedem Leser die Teilnahme.