14.10.19

Verleihung Zukunftspreis 2019

der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e.V. (DWT) an der FüAkBw

Am 26. September 2019 verabschiedete der Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn im Rahmen eines Festaktes die Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst National (LGAN) 2017 von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Aus Anlass dieser Verabschiedung verlieh der Vorsitzende der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V., General a. D. Rainer Schuwirth, auch den Zukunftspreis 2019 der DWT.

Der diesjährige Preis ging an
Herrn Wissenschaftlicher Oberrat Diplom-Politologe Rolf Baasch
für seine Lehrgangsarbeit mit dem Titel:
„Zur Organisation internationaler Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik unter Führung einer Rahmennation: Deutschlands, Großbritanniens und Italiens Ansätze im Vergleich“.

Überreichnung der Urkunde durch den Vorstandsvorsitzenden der DWT General a.D. Schuwirth, Foto: Lene Bartel, FüAkBwDie Arbeit befasst sich mit dem „Framework Nations Concept“ (FNC), das auf deutsche Initiative im Rahmen des NATO-Gipfels 2014 in Cardiff/Wales verabschiedet wurde. Das FNC ermöglicht den freiwilligen Zusammenschluss von Nationen unter Führung einer Rahmennation (für diese Untersuchung: Deutschland, Großbritannien, Italien), um Erhalt, Konsolidierung und Verbesserung militärischer Fähigkeiten gemeinschaftlich zu fördern.

Nach den Theorien von Cass Sunstein zu „incompletely theorized agreements“ können dabei potenzielle Inkonsistenzen zwischen NATO und FNC-Gruppen auftreten, die mittel- bis langfristig ein Aufweichen i.S.v. „Ausfransen“ des Konzepts zur Folge haben.

Wenngleich eine Zusammenführung der Ansätze der drei Nationen aufgrund derer unterschiedlicher Interessenlagen kaum möglich scheint, bieten Inklusivität und Strukturierung der deutschen Gruppe das Potential zu Verstetigung und Ausweitung des FNC-Ansatzes und somit zu dessen zielführender Umsetzung. Dazu sind gegen das beschriebene Risiko (Ausfransen) rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. So sollte nach Ansicht des Verfassers die Verstetigung des Konzepts vornehmlich auf der Umsetzungsebene mit der Realisierung von Gruppenprojekten verfolgt werden. Es wird schließlich auch nicht ausgeschlossen, in der praktischen Zusammenarbeit mit gezieltem „Ausfransen“ des Konzepts über eine Gruppe hinweg verbesserte Steuerung und Weiterentwicklung des FNC zu erwirken, ohne das Gesamtkonzept in Frage zu stellen.

Dem Verfasser ist es auf bemerkenswerte Weise gelungen, wissenschaftliche Theorie und militärische Praxis am Beispiel miteinander zu verbinden, quasi ein „Frühwarnsystem“ zu entwickeln und daraus abgeleitet Hinweise zu zielführender Anwendung und Weiterentwicklung des FNC-Konzepts zu erarbeiten.

Innovation und Perspektive
Die gemeinnützige DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V. (DWT) stiftet Studien- und Zukunftspreise, mit denen Offiziere und Referendare der Universitäten der Bundeswehr in München und Hamburg, der Führungsakademie der Bundeswehr und des Bildungszentrums der Bundeswehr (BiZBw) in Mannheim ausgezeichnet werden. Ihre Master-, Lehrgangs- oder Prüfungsarbeiten sollen mit innovativen und perspektivischen Inhalten dazu geeignet sein, im Sinne der Ziele der DWT

  • den Dialog über Sicherheitspolitik, Bündnisfähigkeit, Forschung und Verteidigungswirtschaft zu fördern,
  • die Transparenz der Zusammenhänge und Wechselwirkungen herzustellen,
  • und zur Bildung, Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfindung und Gestaltung in diesen Bereichen beizutragen.

Die Lehrgangsarbeit von Wissenschaftlicher Oberrat Diplom-Politologe Rolf Baasch erfüllt in besonderem Maße die Vergabekriterien für den Zukunftspreis der DWT.

Der Studien- bzw. Zukunftspreis ist mit einem Geldbetrag dotiert. Die Preise werden jeweils jährlich vergeben.

Weiterführende Information zur FüAkBw siehe www.fueakbw.de.