19.02.19

DWT Sektion Nürnberg

Von: Dr. Heinrich Wällermann, Sektionsleiter

Bericht zur Veranstaltung am 7. Februar 2019

Seit etlichen Jahren und in regelmäßigen Abständen finden bei der Sektion Nürnberg der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) Vorträge statt. Dabei wechseln sich Themen aus der Hochtechnologie mit Themen aus der Sicherheitsvorsorge und Verteidigungspolitik ab. Anfang Februar war Frau Aylin Matlé zu Gast und hat über das Thema „Die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen in der Sicherheitspolitik und Sicherheitsvorsorge“ vorgetragen.

Frau Matlé ist Mitglied beim Arbeitskreis Junge Außenpolitiker bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (Berlin) und derzeit als Doktorandin an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg tätig. Im Rahmen ihrer Dissertation hat sie im Frühjahr 2018 für zwei Monate Washington D.C. und im Dezember 2018 zudem die Türkei besucht, um aus unmittelbarer Nähe ein ungefiltertes Abbild der politischen Situation zu erfassen und mögliche Schlussfolgerungen zu untersuchen.

Mit Fokus auf eine Halbzeitbilanz der US-Präsidentschaft in diesem Politikfeld lässt sich der Vortrag von Frau Matlé wie folgt zusammenfassen:

Deutschland muss sich darauf einstellen, dass es angesichts der Situation im Weißen Haus nur wenige eindeutige strategische Leitlinien geben und die US-Politik wegen des häufig impulsiven Verhaltens des Präsidenten zwischen Lethargie und Aktionismus schwanken wird. Die wesentlichen Interessen der Amerikaner werden sich aber wohl nicht ändern. Daher wird das NATO-Bündnis weiterhin eine wichtige Rolle bei den strategischen Überlegungen der USA spielen. Aufgrund der mangelnden strategischen Linien müssen Europa und insbesondere Deutschland mit eigenen Initiativen voranschreiten und ihre sicherheitspolitischen Interessen formulieren. Dies kann aber nur dann funktionieren, wenn man bereit ist, der Formulierung eigener Interessen Taten folgen zu lassen, und die benötigten Ressourcen bereitstellt. Erst dann werde man der latenten Situation des „Herumgeschubst zu werden“ entfliehen können.

In der anschließenden Diskussionsrunde fand das Thema „nukleare Teilhabe Deutschlands“ besondere Aufmerksamkeit. Dabei wurde deutlich, dass im Vergleich zum Kalten Krieg zwischen der NATO und seinerzeit dem Warschauer Pakt die heutige Situation sich deutlich gefährlicher offenbart.

Im Juli 2019 wird Frau Matlé für die Dauer von voraussichtlich 2 Jahren das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem als stellvertretende Leiterin übernehmen.

Im Zuge der Veranstaltungen der DWT-Sektion Nürnberg findet am 6. Juni 2019 ein Vortrag über das hochaktuelle Thema „Hyperschall“ statt. Referent wir Herr Dr. K.W. Naumann von der Fa. Bayern-Chemie (Aschau/Inn) sein.